Eine friedliche, nachhaltige globale Entwicklung ist wieder zunehmend von der drohenden Gefahr eines neuen nuklearen Wettrüstens, der Entwicklung und Verbreitung neuer Massenvernichtungsmittel sowie dem möglichen Einsatz von Kernwaffen überschattet.
Die globalen Probleme Klimawandel und Umweltzerstörung, zu Ende gehende Energieressourcen und Ausgrenzung der Mehrheit der Weltbevölkerung von der Teilhabe an sicheren Lebensbedingungen und Wohlstand werden durch die lange negierte Krise der nuklearen Rüstungskontrolle und des nuklear-konventionellen Abrüstungsregimes verschärft. Über den nur gemeinsam zu lösenden Fragen des menschlichen und natürlichen Fortbestehens schwebt das Damoklesschwert eines „Zweiten nuklearen Zeitalters“ mit der realen Gefahr, dass jeder gewalttätige Konflikt in einer atomaren Katastrophe enden kann.
Um dieser weitgehend in der öffentlichen und medialen Debatte ausgeblendeten gefährlichen Entwicklung entgegenzuwirken, planen wir vom 19. - 21. März 2010 in Essen ein großes Friedenswochenende mit (international) bekannten Persönlichkeiten aus Nichtregierungsorganisationen, Publizistik, Politik, Wissenschaft und Kunst. Die konkreten Anlässe sind einerseits die 7. Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages in New York und andererseits das Kulturhauptstadtjahr 2010 in Essen und der Ruhrregion.
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Der Kongress „Unsere Zukunft atomwaffenfrei“ (am 19. und 20. März) in der Volkshochschule Essen soll den Menschen in der Ruhrregion und den bundesweiten und internationalen Besuchern/-innen der Kulturhauptstadt Europas 2010 die Gelegenheit bieten, sich über die komplexe Problematik des drohenden „Zweiten nuklearen Zeitalters“ kompetent zu informieren sowie die notwendigen Schritte und bestehenden internationalen und regionalen Ansätze zur Abschaffung aller Atomwaffen zu diskutieren.Er versteht sich als ein Beitrag zur nationalen Kampagne „unsere zukunft – atomwaffenfrei“, die von 47 deutschen Nichtregierungsorganisationen getragen wird, und als Unterstützung der internationalen Netzwerke für eine atomwaffenfrei Welt „Abolition 2000“, „Mayors for Peace“ und „Parlamentarier für nukleare Abrüstung (PNND)“.
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Die Matinee „KünstlerInnen für den Frieden“ (am 21. März) in der berühmten Essener „Lichtburg“ soll als Solidaritätsveranstaltung für das Ziel einer atomwaffenfreien Zukunft ein buntes kulturelles Programm prominenter Kulturschaffender verschiedener Sparten bieten. Mit ihren Beiträgen beleuchten sie die unterschiedlichsten Facetten der Auseinandersetzung auf dem Weg von der historisch obsoleten Kriegskultur in die Zukunft einer Kultur des Friedens.
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Ein angestrebtes Begleitprogramm verschiedener Institutionen, Organisationen und Initiativen ist - im Rahmen des Projekts oder auch unabhängig von diesem - in Arbeit. Im Sinne der 2010 auslaufenden UNO-Dekade für eine Kultur des Friedens soll die Zivilgesellschaft Essens und der Ruhrregion angeregt werden, der komplexen Thematik „Krieg - Frieden - Entwicklung“ im Jahr der Kulturhauptstadt Europas 2010 eigenständige Beiträge zu widmen, um „... das Spektrum der Aktivitäten zugunsten einer Kultur des Friedens zu erweitern“ (Erklärung der UN-Generalversammlung vom 13.9.1999).
Konkrete Anlässe für Zeit und Ort des Projektes
Die Terminierung des Projektes im März 2010 erfolgt mit Blick auf die Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages (NPT) Ende April/ Anfang Mai 2010 in New York. Auf diesem 7. Treffen der 191 Mitgliedsstaaten des Vertrages über die Nichtweiterentwicklung, Nichtweiterverbreitung und Abrüstung der Mittel atomarer Kriegführung steht die Entscheidung an, ob der Vertrag tragfähig bleibt und neue Initiativen zur Abschaffung aller Atomwaffen eine Perspektive haben, oder ob die Zahl der Atomwaffenstaaten von ehemals 5 auf 30 in den nächsten Jahrzehnten anwachsen wird und die ungezügelte Weiterverbreitung von atomaren und anderen Massenvernichtungsmitteln sich weiter fortsetzt. Nach Jahren der Stagnation, der Missachtung und der Aushöhlung des Vertrages sind neue Impulse zu seiner Wiederbelebung und Fortentwicklung notwendig. Sie sollen auf dem Kongress zur Diskussion gestellt werden.
Essen und die Ruhrregion sind in 2010 Kulturhauptstadt Europas. Mit unserem Projekt „Friedenskultur.2010 - Unsere Zukunft atomwaffenfrei“ ergreifen wir auch die Gelegenheit, den offiziellen Kulturbegriff und das Programm der Kulturhauptstadt um das Thema „Kultur und Frieden“ zu bereichern. Wir wollen sichtbar machen, dass zum kulturellen Wandel der Region auch der Wandel von der „Waffenschmiede der Nation“ zur „Friedensschmiede“ gehört und weiterhin gehören muss.
Der Kongress „Unsere Zukunft atomwaffenfrei“
Ziel des Kongresses ist es, die komplexe Problematik eines „Zweiten Nuklearen Zeitalters“ bekannt und bewusst zu machen und mit einem breiten Publikum die notwendigen Schritte und Ansätze einer atomwaffenfreien Zukunft zu diskutieren.
Nach Aussagen internationaler Experten wie den Autoren des Bulletin of Atomic Scientists, dem Generaldirektor der internationalen Atomenergieorganisation IAEO, El Baradei, oder der „Elder Statesmen“ aus USA und Deutschland war die Gefahr eines Atomkrieges selten so groß wie in den letzten Jahren. Auch das Versprechen des neuen US-Präsidenten Barack Obama, Atomwaffen abzuschaffen, spricht für die Dringlichkeit einer neuen weltweiten Bewegung für nukleare Abrüstung.
Die seit Jahren von Wissenschaftlern/-innen kritisierte Entwicklung in Richtung eines neuen Zeitalters des atomaren Wettrüstens und der (nuklearen) Konfrontation(en) nach dem Ende des bipolaren Weltsystems sowie deren Warnungen vor möglichen Einsätzen atomarer Massenvernichtungsmittel durch staatliche oder nichtstaatliche Akteure sind auch und ganz besonders in Betracht zu ziehen im Hinblick auf die Lösung der anderen großen Gefährdungen der Menschheit.
Die Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen als „normale“ „operative“ Mittel der Kriegführung in den Strategien der Atommächte mit der allgegenwärtigen Furcht vor einem Ersteinsatz entzieht den Lösungen der globalen sozialen und ökologischen Probleme nicht allein die materiellen Mittel. Sie untergräbt auf Dauer auch das notwendige Vertrauen, um eine Dialog-, Kooperations- und Handlungsfähigkeit im Interesse einer überlebensfähigen und gerechten Entwicklung der Weltgemeinschaft herzustellen.



Friedenskultur.2010




